Meine 10 Grundregeln:

Gerade für das Aquarellieren gibt es eine Unmenge von Regeln und Verboten. Sicherlich kennen Sie schon einige davon, wie "von Hell nach Dunkel" oder "niemals Deckweiß", "Schwarz ist verboten" etc. etc....

Nun, einige Regeln sind sinnvoll und auch für mich wichtig. Jedoch gehöre ich keinesfalls zu den Starrköpfen, die stur danach handeln. Ich halte mich (meistens) nach "meinen" stark reduzierten Regeln, die ich eher als bewährte Gewohnheiten betrachte. Denn, wenn es das Bild verlangt, können viele dieser Regeln übergangen werden. Das hängt vom Motiv und der Situation ab. Grundsätzlich bin ich eher für die freizügige Malweise, solange der Charakter des Aquarells erhalten bleibt.

Die nun folgenden „Gebote“ müssen zwar nicht eingehalten werden, sollen aber helfen, zu einer eigenständigen, lockeren Malweise zu gelangen. Ich habe sie aufgeschrieben, weil jeder einzelne dieser zehn Punkte für ein gutes Malergebnis enorm wichtig ist.

Meine 10 Erfolgs-Empfehlungen:

    • Vor dem Malen planen:
      Festlegen des Formats und der Komposition (Hoch- oder Querformat, Sonderformate).
      Planen (nicht übernehmen) der Tonwerte (Festlegen der Hell-, Mittel- und Dunkelverteilung) Bestimmen der weißen Formen. Dazu ist eine (kleine) Skizze unerlässlich.
      Festlegen der zu verwendenden Farben und der „Farbtemperatur“, die Warm/Kalt - Verteilung der Bildelemente.
    • Nicht „kopieren“. Die Vorlage bzw. das Motiv dient nur der Inspiration. Wichtig ist, das Charakteristische zu erfassen und nicht ein Abbild der Vorlage zu erschaffen.
    • In Formen denken. Unterteilung der gesamten Bildfläche in wenige Formen unterschiedlicher Größe.
    • Sehr komplizierte Motive vermeiden. Als Einsteiger sollten Sie bei der Landschaftsmalerei allzu komplizierte Themen  vermeiden. Aber auch wenn Sie bereits viel Erfahrung haben, kann ein einfaches Motiv sehr oft zu wesentlich besseren Ergebnissen führen.
    • Die Tonwerte sind wichtiger als die Farben! Farben werden verstärkend zum Tonwert eingesetzt.
    • Der Hintergrund: Er sollte kühler und unschärfer wirken als der Mittel- und Vordergrund. Ist das von Natur aus nicht so (auch bei „verfälschten Fotovorlagen), dann ändern wird dies entsprechend.
    • Der Mittelgrund: Meistens der wichtigste Bereich im Bild. Er sollte nicht überladen wirken, da sich der Betrachter ansonsten nicht auf den „Hauptdarsteller“ konzentrieren kann. Ein gutes Bild sollte nur einen – höchstens zwei Hauptdarsteller haben.
    • Der Vordergrund: Die Hauptaufgabe des Vordergrundes ist, den Blick auf das Hauptmotiv im Mittelgrund zu lenken. Zu viele und konkrete Details verwirren und lenken vom wahren Motiv ab.
    • Lasieren und granulieren: Die meisten guten Aquarelle leben von gekonnt aufgetragenen Lasuren und von granulierenden Pinselstrichen.
    • Maltechnik beachten: Das Wichtigste beim Aquarellieren ist die sichere Pinselführung mit der richtigen Farbkonsistenz im Pinsel. Daher unbedingt darauf achten, wie nass und kompakt die Farbe ist. Dazu gibt es keine „Patentrezepte“ und ist reine Erfahrungssache. Und dies bedeutet üben, üben und nochmals üben!
       

So banal sich das liest - so sicher führt das Beachten dieser Empfehlungen zum Erfolg!