Die liebe Perspektive....

Manche meiner Schüler zucken förmlich zusammen, wenn das Wort Perspektive fällt. „Das habe ich noch nie verstanden“, „viel zu kompliziert“ bis zum abblockendem „das kapiere ich sowieso nicht“ sind dann die gängigsten Reaktionen.

Mit der Perspektive ist das so eine Sache. Es gibt sehr viele gute (und auch weniger gute) Bücher über dieses Thema, wo man auf vielen Seiten alles über dieses immens umfangreiche Thema erfahren kann. Leider sind manche dieser Bücher derart theoretisch, ja fast wissenschaftlich formuliert, so dass nicht wenige interessierte Leser bereits nach den ersten Seiten aufgeben. Viel zu kompliziert….

Eigentlich benötigt man die Perspektive nur ganz selten.

Grundsätzlich sollte man sich auf seine Augen verlassen. Genau hinschau'n, die Größenverhältnisse bzw. Proportionen vergleichen sowie (gerade bei der Architektur) die schräg zulaufenden Linien erkennen und festlegen. Das hört sich leicht an, aus Erfahrung weiß ich aber, dass viele damit große Probleme haben.

Sehen lernen:

Dazu eine kleine, wahre Geschichte. Als Jugendlicher hatte ich die Gelegenheit, als Teilnehmer einer Sommerakademie dem großen Oskar Kokoschka zu begegnen. Unvergesslich, was er gleich zu Beginn des Kurses zu seinen Teilnehmern sagte: "Vergessen sie alles, was sie bisher über Perspektive gehört oder gelesen haben - und verlassen sie sich vorerst ausschließlich auf das, was sie sehen".
Damals habe ich nicht wirklich verstanden, was er meinte, erst viel später konnte ich einiges von dem umsetzen, was O.K. uns Teilnehmern versuchte, nahezubringen. Der Arbeitstitel des Akademiekurses damals lautete übrigens "Schule des Sehens".

In meinen Kursen zeige ich meinen Teilnehmern ganz einfache, sehr wirksame Methoden, um das Auge in kürzester Zeit zu schulen. Dazu gibt es auch verschiede, einfache Hilfsmittel sowie drei wertvolle Merksätze, die sogar Einsteiger sofort erfolgreich anwenden können. Auch in meinem Onlinekurs habe ich das Wichtigste davon beschrieben.  HIER

, habe aber in meinem Online-Kurs versucht, die für mich wichtigsten Elemente der Perspektive verständlich darzulegen. Natürlich kann dabei nicht alles angesprochen werden, aber meiner Erfahrung nach sind diese Grundregeln  Neben dem Verstehen dieser einfachen Grundlagen ist noch Eines wichtig: die Bereitschaft, die Umgebung zu beobachten – die Umgebung also richtig zu sehen.

Warum sollten wir uns dennoch mit der Perspektive beschäftigen?

Ganz einfach: Beispielsweise um nicht einsehbare Gebäudeteile (LKW parkt vor Gebäude etc.) richtig darstellen zu können. Oder zur schnellen Überprüfung von Skizzen und Zeichnungen. Da ist das wissen um die Grundsätze Perspektive dann sehr hilfreich.
Allerdings kann auch ich nicht dieses wirklich komplexe Thema mit einem Satz erklären. Aber meine im Onlinekurs dargelegten "Grundlagen der Perspektive" sind nicht kompliziert und wirklich leicht zu verstehen und umzusetzen, wie mir unzählige Schüler und Leser immer wieder bestätigen. Und diese Grundregeln sind bei 99 von 100 Bildern völlig ausreichend.

Nun, ich kenne Maler, die auf jegliche perspektivische – also räumliche – Darstellung verzichten, die trotz bester Perspektivkenntnisse, diese in ihren Bildern ganz bewusst verfremden und überzeichnen. Ich kenne aber auch Leute, die unter dem Deckmäntelchen „impulsive- oder auch freie Malerei“ ihr perspektivisches Unvermögen verbergen. Erstaunlicherweise wird dies aber sogar von „Laien“ sehr schnell erkannt, auch wenn sie die Fehler nicht sofort lokalisieren können. Meiner festen Überzeugung nach, sollte man die Grundlagen der räumlichen Darstellung sicher beherrschen, selbst wenn man noch so „locker“ malt. Die Schwierigkeit liegt darin, die Perspektive so dezent als nur möglich einzusetzen. Ein Aquarell sollte niemals „durchkonstruiert“ wirken.

Die Perspektive hat die Aufgabe bzw. bietet die Möglichkeit, dreidimensionale Objekte (z.B. Gebäude, Gegenstände) auf einer zweidimensionalen Fläche (unser Papier) so abzubilden, dass dennoch ein räumlicher Eindruck entsteht. Als Maler verwenden wir sehr oft (meistens geschieht das automatisch) die Luftperspektive und die Farbperspektive. Das Wissen um die Linearperspektive gehört natürlich dazu.

Das, was die meisten Anfänger unter "Perspektive" verstehen (und fürchten), ist die Linearperspektive mit den dazugehörigen Fluchtpunkten, Hilfslinien und ihren vielen Unterformen. Auch das wird in dieser Serie behandelt. Sie werden sehen, mit erstaunlich einfachen Hilfsmitteln und Tipps verliert die Perspektive ihren Schrecken. Wetten?

Als Aquarellisten sind wir in der Lage, alleine durch Helligkeitsunterschiede (Luftperspektive) oder durch geschicktes Einsetzen von unterschiedlichen Farben räumliche Wirkung zu erzielen. Diese Chance lassen wir uns auch bei Bildern mit einigen oder vielen Gebäuden nicht entgehen.

Aber auch bei der Darstellung von Menschen und Tieren benötigen wir perspektivisches Grundwissen. Und das ist gar nicht so schwer....

 

In meinem reichlich bebilderten (kostenlosen) Onlinekurs finden Sie alles, was man als Aquarellist zur Perspektive wissen muss: HIER